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Der Unterschied zwischen "knipsen" und "fotografieren"


Was oft vergessen wird, in unserer Branche, dass die Fotografie zwar viel mit Kunst und Kreativität zu tun hat, aber dies doch ein richtiger Beruf ist. Da sich aber jeder "Fotograf" nennen darf, ist es schwer "gelernt" mit "amateur" zu unterscheiden. Natürlich gibt es auch sehr gute amateur Fotografen, das ist Fakt! Jedoch sich Fotograf zu nennen, getrauen sich auch viele, mit sehr wenig Kenntnissen.


Praxis und Theorie sind unvermeidbar


Wer sich immer nur mit dem theoretischen befasst und der vielleicht alles weiss, wird wahrscheinlich trotzdem mühe haben, etwas zu fotografieren. Fotografieren ist neben vielem Wissen korrekt anwenden, muss man ein Gespür für etwas entwickeln. Das Auge trainieren auf Farbe, Ausschnitte und Schärfe. Und ja sowas, kann man sich tatsächlich antrainieren (Das Auge für Bilder sollte man jedoch haben).

Von beidem eine gute Mischung, dass ist das Rezept und sowas braucht Zeit & Geduld.


Wieso sind Shootings so "teuer"?


Viele sind abgeschreckt, wenn man die Preise für ein Shooting hört. Viele denken, dass es leicht verdientes Geld ist. Jedoch muss man auch hinter die Kulissen blicken. Es ist nicht damit getan, auf den Auslöser zu drücken.

Es steck so viel mehr Arbeit hinter einem Foto und auch hinter einem ganzen Shooting.

Denn wenn man zu seinen Kunden hin fährt, beansprucht bereits dies Zeit und Geld.

Nach einer Stunde Shooting, ist jedoch auch nur der kleinste Teil erledigt.

Danach wird bereits eine Vorauswahl getroffen. Auch dies kann je nach Anzahl Aufnahmen locker eine Stunde in Anspruch nehmen.

Ist das getan, werden die Bilder in eine Online Galerie hochgeladen. (kostenpflichtig für den Fotografen)

Und erst wenn der Kunde seine Wunschbilder ausgewählt hat, beginnt man mit der Bearbeitung. Die Bearbeitung (monatlich, kostenpflichtige Programme) fällt je nach Bild unterschiedlich lang aus. Aber gerade bei einer anspruchsvolleren Bearbeitung sitzt man schon mal eine Stunde oder länger dran. Aber wie gesagt, dies ist Foto abhängig. Bei mehreren Bildern, summiert sich das schnell.

 

Dazu kommt, wer sich schon mal die Preise von DSLRs oder Objektiven, sowie anderer Fotoausrüstung (Filter /Stativ /Speicherkarten/ Ersatzakku) angesehen hat, versteht auch, dass wir Berufsfotografen doch nicht so viel an einem Shooting verdienen schlussendlich.

Vom Anfänger zum professionellen Fotografen


Auch ich verschrieb mich eines Tages der Fotografie, mit dem Kauf einer DSLR. Und die ersten paar Monate macht man nichts anderes, ausser den Auslöser zu betätigen. Wer wie ich damals, einfach mal startet, wird schnell merken, dass zwar eine Vollautomatik sinnvoll und bequem ist, jedoch nicht viel mit Fotografie zu tun hat. 

 

Der nächste Schritt ist also die Halbautomatik (Nikon: S/A/P) Man übernimmt bereits mehr Kontrolle über die eigentliche Aufnahme und bekommt die Unterstützung, die man noch braucht. Denn Spiegelreflexkameras sind heutzutage extrem kluge und präzise Arbeitsgeräte, die Hochleistungen erbringen.

 

Wer sich genug mit der Kamera beschäftigt hat (Fokussieren, Bildausschnitt, Zoomen, Verschlusszeit, Blende, ISO...), kommt der Freiheit der manuellen Fotografie meist nicht mehr los.

Und ab diesem Punkt, beginnt man mit der kreativen Freiheit.


Das richtige Equipment


Auch hier gibt es zwei Seiten. Manche denken, dass nur das teuerste Equipment, die besten Aufnahmen erschaffen kann. Warum mit einer 3`000.- Fränkigen Kamera starten, die man nicht weiss wie bedienen, wenn es für den Anfang auch eine für 300.- Franken tut.

Bei Objektiven ist es natürlich vom Vorteil, wenn man von Anfang an weiss, was die Lichtstärke eines Objektivs ist. Denn so erspart man sich Fehlkäufe, die man ein Jahr später bereut.

 

Die andere Seite ist weniger vertreten. Und doch gibt es Menschen, die in der Meinung sind, dass ihr Smartphone genau so gute Aufnahmen macht, wie wir Berufsfotografen mit unseren SLRs. Und da sind mit mir wahrscheinlich einige miteinverstanden, wenn ich sage, dass ein Smartphone nie auf das Niveau einer Spiegelreflexkamera kommen kann und wird.Weshalb sollten wir drei Jahre (fünf Jahre für alle drei Fachrichtungen) dies erlernen müssen, wenn eine Handykamera genau so gut ist?

 

Lasst euch also nicht veräppeln, kommt ein gebuchter Fotograf mit einer kleinen Digicam oder eben tatsächlich mit dem Smartphone zu einem Shooting, seid ihr klüger als der Betrüger!

 

Mein Equipment

 

Anfangs kommt meist die Frage, für welches System man sich entscheiden soll. Nikon, Canon oder doch Sony? Ich persönlich fühle mich mit Nikon sehr wohl und zuhause. 

 

Begonnen mit der Nikon D3200 (APS-C), die ich als Einsteigerkamera empfehlen kann. (Heute bereits die D3300 oder D3400)

 

Zu meiner jetzigen Ausrüstung gehört die Nikon D750 (FX), die ich seit September 2016 besitze.

 

Das Nikkor 24-120mm / f4G Ed Vr ist der absolute Allrounder! Nicht das lichtstärkste, deckt dafür Weitwinkel, Normalbrennweite und sogar etwas Telebrennweite ab.

 

Mein über alles geliebte Sigma Tele-Zoom-Objektiv 70-200mm F2,8 EX DG OS HSM

Auf dieses Objektiv möchte ich nur ungern verzichten. Besonders bei Pferden und allgemein Tieren, benutze ich es einfach liebend gerne.

 

Auch zu meiner Ausrüstung gehört das Nikkor AF-S VR 70-300 1:4,5-5,6G IF-ED, dass mir noch etwas mehr Brennweite, dafür aber weniger Lichtstärke bietet.


Regeln der Fotografie


Regeln? Ja es gibt doch die ein oder andere Regel auch in einem so kreativen Beruf. 

 

Die Belichtung

Unter - oder überbelichtete Fotos sind unerwünscht und nein, man kann nicht alles mit Photoshop retten. Die Lichter weniger (ausgefressene Bildstellen), als die Tiefen (abgesoffene Bildstellen).

 

Die Schärfe

Mit der Schärfe kann man die Aufmerksamkeit des Betrachters auf etwas bestimmtes lenken. Bei Tieren oder Menschen ist die Schärfe bei 99% auf den Augen erwünscht! Mal etwas nachzuschärfen ist vollkommen in Ordnung, jedoch ein unscharfes Bild kann nicht scharf gemacht werden, wie ein scharfes, "out of cam" Bild.

 

Andere no go s in der Fotografie:

 

Zwischen 12 Uhr Mittags-15 Uhr Menschen oder Tiere ablichten. (gilt eher bei Sonnenschein)

 

Begründung:

Wir Outdoorfotografen müssen vertraut mit dem Stand der Sonne bei den verschiedenen Tageszeiten sein. Mittags steht die Sonne so weit oben, dass sie hartes Licht wirft. Sprich gerade zum Beispiel in den Gesichtern der abzulichteten Personen bilden sich harte Schatten.

Notfalllösung:

Manchmal lässt sich die Zeit aber nicht ändern. Gerade an Trauungen findet das Brautpaarshooting meist gerade in dieser Zeitspanne statt. Um die Schätten so wenig wie möglich zu haben, sollte man entweder mit einem Aufheller oder einem Aufhellblitz (Aufsteckblitz) arbeiten. Oder natürlich die direkte Sonne meiden und mehrheitlich im Schatten seine Aufnahmen machen.

 

Mit geschlossener Blende fotografieren:

Begründung:

Die Schärfentiefe, wissen wir, hängt von der Brennweite und der Blende ab. Je grösser die Blendenöffnung (kleine Blendenzahl), desto kleiner die Schärfentiefe. Das Bokeh, dass durch die grosse Blendeöffnung entsteht, ist genau das, was eine SLR ausmacht. Man kann das Motiv vielmehr vom Hintergrund abheben.

Ausnahmesituationen:

Gruppenaufnahmen oder Landschaftsaufnahmen - bei solchen Aufnahmen wird eine kleinere Blende gewünscht, da man alle Personen oder die ganze Landschaft noch in der Schärfeebene haben möchte.

 


Foto entstanden beim Alexandra Evang Workshop in Mallorca (www.alexandraevang.de)

Die Bearbeitung


Auch bei der Bearbeitung gehen die Geschmäcker stark auseinander. Wer professionell bearbeiten möchte, sollte auch hier auf die richtige Software setzen. Ich persönlich nutze für meine Fotos ausschliesslich Photoshop Version CC. Natürlich gibt es so einige gute Bildbearbeitungssoftwares. Auch Lightroom wird bei vielen Fotografen eingesetzt.

Da Photoshop, sowie Lightroom nicht gerade Anfängertauglich sind, sollte man auf jedenfall einen Kurs besuchen oder sich mit Tutorials auseinandersetzen. Denn anfangs kann einem das Ganze schon etwas Spanisch vorkommen.

 

1000 Wege führen ans Ziel

Gerade bei einem Programm wie PS ( Photoshop) gibt es nicht nur ein Weg um auf dasselbe Ergebnis zu gelangen. Der eine ist vielleicht etwas komplizierter, dafür nondestruktiv. Findet für euch einen Workflow, den ihr versteht und nachvollziehen könnt. Nicht weil es da so steht, muss mans auch machen. Versteht was jeder einzelner Arbeitsschritt an eurem Bild verändert. Nicht nur optisch, sondern auch mit der Datei an sich. Da kann man sich eine Datei schnell "zerstören"und unbräuchlich machen.

 

Wenn man ohne Logo den Fotografen erkennt, hat er seinen eigenen Stil perfektioniert!

Mit der Zeit und mit der Erfahrung legt man sich seinen eigenen Workflow an. Natürlich wird der nicht bei jedem Bild 1:1 übernommen, sondern wird individuell auf jedes Bild angepasst. Aber doch kristallisiert sich daraus ein Stil.

 

 





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